Hallo zusammen,
ich hab in letzter Zeit ein bisschen damit rumgespielt, eine KI (ChatGPT, Claude und so) als Sparringspartner für Dominion-Strategien zu benutzen. Konkret: ich gebe ihr eine Auslage von zehn Königreichkarten und frage, welche Eröffnung sie für sinnvoll hält und welche Engine sie aufbauen würde.
Das Ergebnis ist gemischt. Bei Standardauslagen mit Smithy, Marktplatz oder klassischen Geld-Engines kommt sie ganz gut weg, manchmal sogar mit überraschend brauchbaren Erklärungen. Sobald aber Karten aus Adventures, Empires oder Plünderer dabei sind, fängt sie an zu halluzinieren, gibt Effekte falsch wieder oder erfindet glatt Interaktionen. Nightshade Anti-Karten kennt sie auch oft nicht.
Was mich daran interessiert ist weniger das Optimieren des Spiels, sondern eher die Frage, wie gut so ein Modell überhaupt komplexe Spielregeln auf langer Distanz im Kopf behält. Ich hab ein Vergleichsportal für konversationelle KI Tools gelesen, das verschiedene Modelle auf Langzeit-Kontext testet, und die Unterschiede sind grösser als ich gedacht hätte. Bei Dominion sieht man das ziemlich schnell, weil jede Auslage eigentlich eine kleine Logikaufgabe ist.
Hat jemand von euch sowas auch schon probiert? Welches Modell bringt euch am weitesten, bevor es anfängt Quatsch zu erzählen? Mich interessiert vor allem, ob es Leute hier gibt, die das ernsthaft als Trainings-Tool nutzen, oder ob das einfach Spielerei bleibt.
Tobias
Habt ihr schon mal eine KI als Sparringspartner für eure Dominion-Decks benutzt?
Re: Habt ihr schon mal eine KI als Sparringspartner für eure Dominion-Decks benutzt?
Hab ich nicht, aber vielleicht Graf_Panik.
- marktlehrling
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Re: Habt ihr schon mal eine KI als Sparringspartner für eure Dominion-Decks benutzt?
Ich bin wohl etwas altmodisch und daher äußerst skeptisch, was Large Language Models (sogenannte "KI") angeht. Eigentlich sind es doch glorifizierte, auf Wahrscheinlichkeiten basierende, Text-Generatoren, die sich bei den Nutzenden auch noch heuchlerisch einschmeicheln. Klar habe ich nichts dagegen, wenn Leute sie als Hilfsmittel benutzen, um ungeliebte Arbeitsschritte zu überspringen. Aber mir macht das Denken Spaß, warum sollte ich mir das Denken abnehmen lassen? Gerade bei einem Spiel ist ja eigentlich der Witz, dass man sich selber Strategien überlegt und Sachen ausprobieren kann.
Nachdem das gesagt ist: Wenn auch sinnfrei, mag es eine nette Spielerei sein, zu versuchen, einem LLM ein Spiel zu erklären und es spielen zu lassen. Es kommt wahrscheinlich dabei auch ein bisschen darauf an, wie gut dein Prompt das Spiel erklärt. Dein Bericht klingt so, als müsstest du die Grundregeln gar nicht erklären? Vermutlich liegt der Unterschied zwischen den Karten des Basisspiels und denen späterer Erweiterungen darin, dass es genug Trainingsdaten im Internet mit Strategie-Artikeln zu den Karten des Basisspiels gibt, die von den Bots gefarmt wurden, aber noch nicht zu den neueren Sets.
Nachdem das gesagt ist: Wenn auch sinnfrei, mag es eine nette Spielerei sein, zu versuchen, einem LLM ein Spiel zu erklären und es spielen zu lassen. Es kommt wahrscheinlich dabei auch ein bisschen darauf an, wie gut dein Prompt das Spiel erklärt. Dein Bericht klingt so, als müsstest du die Grundregeln gar nicht erklären? Vermutlich liegt der Unterschied zwischen den Karten des Basisspiels und denen späterer Erweiterungen darin, dass es genug Trainingsdaten im Internet mit Strategie-Artikeln zu den Karten des Basisspiels gibt, die von den Bots gefarmt wurden, aber noch nicht zu den neueren Sets.