Dominion mit Risiko verbinden

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Cylo
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Dominion mit Risiko verbinden

Beitragvon Cylo » So 15. Apr 2018, 14:37

Hallo liebe Dominion-Freunde,


bestimmt kennt ihr alle auch das Spiel "Risiko"
(Strategiespiel, bei dem es darum geht, mithilfe von Würfeln und kleinen Soldatenfiguren, Schlachten auf einer Weltkarte auszutragen und am Ende die Weltherrschaft zu übernehmen).
Ich habe mir gedacht, dass man Dominion ja eigentlich mit Risiko kombinieren könnte.
Hierfür benötigt man 3-4 Spieler, Das Basisspiel, ein Risikospiel, einige weitere Spielsteine aus zB. einer Spielesammlung oder Monopoly und bestenfalls noch die Erweiterung "Blütezeit" und "Seaside" und zusätzliche Punktekarten, außerdem wird ein neues Prinzip eingeführt, was die beiden Spiele miteinander verbindet:

1. Das Ziel von Dominion ist nun nicht mehr, am Ende die meisten Punkte zu besitzen, denn die Punktekarten, die der Spieler auf der Hand hält, werden in der sogenannten "Rekrutierungsphase" (nach Kaufphase, vor Aufräumphase) vom Spieler entsorgt und in neue Soldateneinheiten für die Länder auf dem Risikospielfeld umgewandelt.
(Bsp: Spieler hält 4 Kupfer, 1 Herzogtum auf der Hand: Spieler kauft erst eine Schmiede und danach entsorgt er sein Herzogtum und darf 3 Soldateneinheiten auf seine Länder verteilen)

2. Entsprechend der Anzahl von bestimmten Ländern und Kontinenten, die man kontrolliert, hat man Münzen (Seaside, Blütezeit) auf seinem Tableu und bekommt immer am Anfang seines Zuges +1 Karte/+1Aktion/+1 virt. Geld/+1Kauf entsprechend der Anzahl an Münzen.
Bsp:
für jedes Land mit Rohstoffquelle -> 1 Münze auf dem Tableau
für jeden ganzen Kontinent -> 1 Münze auf dem Tableau
3 Münzen auf dem Tableau: + :1
5 Münzen auf dem Tableau: +1 Karte
Spieler kontrolliert 5 Länder mit "Rohstoffquellen" (vorher festgelegte, mit Spielsteinen aus anderem Brettspiel markierte Länder) und ganz Australien.
Somit befinden sich auf seinem Tableau 6 Münzen und der Spieler kann entscheiden ob er zu Beginn seines Zuges + :2 oder +1 Karte erhält.


Allerdings muss noch festgelegt werden, wann die Spieler neben ihren Dominion Zügen noch ihre Schlachten und Truppenbewegungen auf dem Spielfeld ausführen.
Wir haben das gestern Abend so geregelt, dass man erst reihum seine Karten ausspielt und dass der letzte Spieler als erstes wieder seinen Risikozug macht, damit es einigermaßen fair ist.
Somit besteht eine Runde aus zwei Teilen: Dem Dominion- und dem Risikoteil.
Bsp:
1. Dominionteil: Spieler 1, Spieler 2, Spieler 3, Spieler 4
2. Risikoteil: Spieler 4, Spieler 3, Spieler 2, Spieler 1
Nächste Runde:
D.Teil: Spieler 1, Spieler 2 usw....

Diese Regeln können natürlich beliebig variiert werden,
zB. sollte man die Länderverteilung zu Anfang nicht unbedingt wie in der Risikovorgabe ausführen

Außerdem kann man auch die Länder mit Rohstoffquellen, von Einheimischen (ein 5. passiver, virtueller Gegner) bewachen lassen.

Ich habe gestern auch Hauptstädte für jeden Spieler eingeführt, die schwerer einzunehmen sind, aber auch um jeden Preis verteidigt werden müssen, da es sonst schwere wirtschaftliche Folgen hat (zB. in der Aufräumphase nur 4 Karten ziehen und drei Flüche nehmen) wenn ein Gegner seine Hauptstadt einnimmt.


Die Kombination aus beiden Spielen kann natürlich nicht mit allen Königreichkarten gespielt werden, zB. sollte man beim Zusammenstellen des Kartendecks vermeiden, dass viertelstündige Monsterkettenzüge zustande kommen (Dorf, Schmiede, Jahrmarkt, Ratsversammlung, Dorf Schmiede, Dorf, Schmiede....) sonst wird das Spiel noch um ein weiteres in die Länge gezogen und man sitzt dort zwei Tage dran.

Des Weiteren sollte man die Provinzen und Herzogtümer aus "Intrige" und dem Basispiel kombinieren und die Kolonien aus "Blütezeit" hinzufügen, aber Platin weglassen, damit es nicht zu einfach ist, eine Kolonie zu kaufen.


Es gibt bestimmt noch viel mehr coole Möglichkeiten, wie man diese beiden Spiele verbinden kann.
Wir hatten gestern jedenfalls viel Spaß und haben bis tief in die Nacht gespielt. (halb 5 ungefähr...)


Ich hoffe ich habe meinen Beitrag nicht in das falsche Kapitel gepostet und würe mich freuen, wenn ihr ein paar Ideen oder Fragen einbringt, oder es sogar selbst ausprobiert. Mit viel Zeit und den richtigen Leuten macht es echt viel Spaß!


Cylo :D

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Re: Dominion mit Risiko verbinden

Beitragvon marktlehrling » Mo 16. Apr 2018, 15:36

Hallo und willkommen im Forum, Cylo!

Ich habe bisher ein einziges Mal Risiko gespielt und das war mir ehrlich gesagt genug... Mir macht es persönlich einfach keinen Spaß. Mal ganz abgesehen vom martialischen Thema ist es für mich ein sehr willkürliches Spiel, weil man ja frei entscheidet, wen man angreifen will. Wer mehr Zeit hat, sich zu entwickeln, ohne angegriffen zu werden, wird mehr Chancen auf den Sieg haben. Frei nach dem Motto, "wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte". Dadurch ist es dann mehr ein Verhandlungsspiel, dass man Koalitionen schmiedet und diese irgendwann wieder bricht, aber mir macht sowas keinen Spaß. Dominion wurde tatsächlich extra so entwickelt, dass dieser "politische Aspekt" soweit wie möglich aus dem Spiel genommen wurde. Wenn man Mitspieler beharkt, dann meistens alle zugleich. Daher finde ich, dass die beiden Spiele nicht so gut zusammenpassen.

Aber wenn euch beide Spiele Spaß machen, hindert euch natürlich keiner daran, sie zu verbinden. Im Gegenteil finde ich es sogar ziemlich cool. Ich muss gerade daran denken, dass ich mal als Kind die Spiele Monopoly und Hotel nebeneinander gelegt habe und man dann einen Doppelparcours durchfahren musste, das hat mir damals auch Spaß gemacht (obwohl ich die beiden Spiele heute scheue wie der Belzebub das Weihwasser). Also äußere ich (ungeachtet der Tatsache, dass ich persönlich keine Lust auf die Kombination Dominion+Risiko hätte) mal ein paar Gedanken und Anregungen zu deiner Idee:

Cylo hat geschrieben:1. Das Ziel von Dominion ist nun nicht mehr, am Ende die meisten Punkte zu besitzen, denn die Punktekarten, die der Spieler auf der Hand hält, werden in der sogenannten "Rekrutierungsphase" (nach Kaufphase, vor Aufräumphase) vom Spieler entsorgt und in neue Soldateneinheiten für die Länder auf dem Risikospielfeld umgewandelt.
(Bsp: Spieler hält 4 Kupfer, 1 Herzogtum auf der Hand: Spieler kauft erst eine Schmiede und danach entsorgt er sein Herzogtum und darf 3 Soldateneinheiten auf seine Länder verteilen)

Diese Regel bringt einiges an der Spielbalance durcheinander. Aber es geht vielleicht, weil der Sieg nur noch indirekt an den Punktekarten hängt. Wenn man die Punktekarten wieder aus dem Deck entfernt, werden doch bestimmt ziemlich schnell alle Punktekarten aufgekauft sein, oder? Insbesondere glaube ich, dass es auch viel mehr Sinn macht, am Anfang des Spiels schon Anwesen und Herzogtümer zu kaufen. Gibt es dann irgendwann einfach keinen Truppennachschub mehr, oder legt ihr die entsorgten Punktekarten zurück in den Vorrat?

Cylo hat geschrieben:Allerdings muss noch festgelegt werden, wann die Spieler neben ihren Dominion Zügen noch ihre Schlachten und Truppenbewegungen auf dem Spielfeld ausführen.
Wir haben das gestern Abend so geregelt, dass man erst reihum seine Karten ausspielt und dass der letzte Spieler als erstes wieder seinen Risikozug macht, damit es einigermaßen fair ist.
Somit besteht eine Runde aus zwei Teilen: Dem Dominion- und dem Risikoteil.
Bsp:
1. Dominionteil: Spieler 1, Spieler 2, Spieler 3, Spieler 4
2. Risikoteil: Spieler 4, Spieler 3, Spieler 2, Spieler 1
Nächste Runde:
D.Teil: Spieler 1, Spieler 2 usw....

Ich verstehe nicht, warum du diese Hin-und-Her-Reihenfolge á la Catan-Aufbau gewählt hast.
Im Grunde ersetzt der Dominion-Zug doch die Spielphase, in der du deinen Truppennachschub bekommst. Wäre es nicht ausgewogener, wenn es gar keine "Runden" gibt und man einfach nacheinander dran ist? Ich stelle es mir auch unangenehm vor, an Position 1 oder 4 zu sitzen, immer zwei Züge hintereinander zu machen und dann wieder 6 Züge der Anderen abzuwarten.
Eine andere Idee wäre, dass man Truppen bewegen darf entsprechend der Zahl der gespielten Aktionskarten in einem Zug. Dann bräuchtest du gar nicht zwei unterschiedliche Arten von Zügen.

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Re: Dominion mit Risiko verbinden

Beitragvon Cylo » Di 17. Apr 2018, 23:52

Danke für die gute Antwort, marktlehrling! :-)
So habe ich das noch gar nicht betrachtet. Dadurch, dass die Angriffskarten so gut wie immer alle Mitspieler betreffen, werden Konflikte und Auseinandersetzungen bei Dominion auf ein Minimum reduziert. Risiko hingegen setzt darauf ja schon fast den Schwerpunkt, somit ist das Spiel natürlich auch weniger ausgeglichen.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass ein wenig mehr Interaktion einer Dominion-Runde ganz gut tut und auf der anderen Seite hat Risiko normal nur die Würfelschlachten und Kriegspolitik und bekommt durch Dominion eine "Wirtschaft" und ein komplexeres System für die Soldatenausbildung.
In der Hinsicht wäre ich also schon der Meinung, dass sie sich ganz gut ergänzen.
marktlehrling hat geschrieben:Daher finde ich, dass die beiden Spiele nicht so gut zusammenpassen.



marktlehrling hat geschrieben:Diese Regel bringt einiges an der Spielbalance durcheinander. Aber es geht vielleicht, weil der Sieg nur noch indirekt an den Punktekarten hängt. Wenn man die Punktekarten wieder aus dem Deck entfernt, werden doch bestimmt ziemlich schnell alle Punktekarten aufgekauft sein, oder? Insbesondere glaube ich, dass es auch viel mehr Sinn macht, am Anfang des Spiels schon Anwesen und Herzogtümer zu kaufen. Gibt es dann irgendwann einfach keinen Truppennachschub mehr, oder legt ihr die entsorgten Punktekarten zurück in den Vorrat?


Das stimmt, dadurch dass man durchgehend Punktekarten kaufen muss, um mit den anderen Spielern auf dem Feld mitzuhalten, kommt man nur langsam damit voran, sich ein gutes Deck aufzubauen. Ich galube, wir hatten bei Spielende nur um die 30 Karten im Deck, obwohl das Spiel ca. 7 Stunden gedauert hat... Vllt sollte man da ein bisschen an den Regeln feilen, damit das besser ermöglicht wird, hat zufällig jemand einen Vorschlag dafür? :mrgreen:

Ja genau, irgendwann gab es nicht mehr viel Truppennachschub, außer durch das Denkmal, wovon jeder Spieler eins zu Anfang bekam, da alle Kolonien, Rovinzen und Herzogtümer entsorgt waren. Spielende ist also entweder, wenn ein Sieger hervorgeht, oder wenn kein Soldatennachschub mehr da ist.


marktlehrling hat geschrieben:Wäre es nicht ausgewogener, wenn es gar keine "Runden" gibt und man einfach nacheinander dran ist?


Auf jeden Fall würde das das Spiel erheblich erleichtern, auch wenn die ersten Spieler dadurch einen klitzekleinen Vorsprung haben, aber ich glaube, dass kann man in Kauf nehmen. Danke, da bin ich noch nicht drauf gekommen.
Also:
Aktionsphase
Kaufphase
Rekrutierungsphase
Angriffsphase
Truppenverschiebungsphase
Aufräumphase

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Re: Dominion mit Risiko verbinden

Beitragvon Asper » Fr 20. Apr 2018, 10:02

Ich persönlich bin ja echt kein Fan von Risiko (im Gegensatz zu meinem Freund), weil es so ziemlich der Archetyp des "Ameritrash" ist: Miniaturfiguren, Militärisches Thema, Spieler können ausscheiden... Dominion dagegen ist ein in vielen Zügen klassisches Eurogame: Abstrakt, wirtschaftsbasiert, Voranzukommen bremst dich aus. Schlimm finde ich bei Risiko vor allem, dass man ausscheiden kann, und ich habe das Gefühl, dass eine Spielzeit von 7 Stunden das nochmal verschlimmert. Eines meiner Lieblingsspiele hat Spielereliminierung, aber bei dem wartet man halt höchstens 20 Minuten in denen man die Pizza in den Ofen schieben kann - und nicht mehrere Stunden. Und wenn das Spiel gegebenenfalls nach derart langer Zeit einfach unentschieden ausgeht, stelle ich mir das auch frustrierend vor. Deshalb wären meine Ratschläge:
1. Das Spiel deutlich verkürzen (1 bis maximal 2 Stunden)
2. Einen Tiebreaker implementieren, falls noch nicht geschehen.

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Re: Dominion mit Risiko verbinden

Beitragvon bananajoe » Fr 20. Apr 2018, 20:25

Sorry Cylo aber sowas kann ich nicht ernst nehmen. Spiele zusammen"würfeln" ist Quark den ich zuletzt mit 12 gemacht habe.

Warum nicht einfach ein aggressives Deckbauspiel wie Nightfall oder eins aus der Trilogie von Martin Wallace (A Few Acres of Snow, Mythopia,A Handful of Stars) spielen anstatt eines der schlechtesten "dudes on a map" Spielen (das Teil ist über 60 Jahre alt, wenigstens bei sowas wie Nexus Ops sollte man als Ameritrash-Fan im 21. Jahrhundert angekommen sein oder wenn man wirklich so Risiko verliebt ist zumindestens bei Risk Legacy) so unorganisch mit Dominion zu verbinden?

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Re: Dominion mit Risiko verbinden

Beitragvon marktlehrling » Sa 21. Apr 2018, 10:16

Asper hat geschrieben:Eines meiner Lieblingsspiele hat Spielereliminierung, aber bei dem wartet man halt höchstens 20 Minuten in denen man die Pizza in den Ofen schieben kann - und nicht mehrere Stunden.

King of Tokyo?

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Re: Dominion mit Risiko verbinden

Beitragvon Cylo » Sa 21. Apr 2018, 11:45

Danke fürs Feedback,
die Kombo hat wirklich ein paar Macken.
Man muss auch wirklich Bock auf beide Spiele haben, sonst wird das glaube ich nix.
Bei unserem Spiel ist keiner vorzeitig ausgeschieden und es war auch relativ ausgeglichen, aber das muss ja nicht immer so sein, das stimmt natürlich...

@bananajoe danke, dass du dir trotzdem die Zeit genommen hast, ein paar geeignete Spielvorschläge reinzuschreiben, ich werde mir die aufjedenfall anschauen!

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Re: Dominion mit Risiko verbinden

Beitragvon Asper » Mi 2. Mai 2018, 19:04

marktlehrling hat geschrieben:
Asper hat geschrieben:Eines meiner Lieblingsspiele hat Spielereliminierung, aber bei dem wartet man halt höchstens 20 Minuten in denen man die Pizza in den Ofen schieben kann - und nicht mehrere Stunden.

King of Tokyo?

Lifeboat.
King of Tokyo ist aber auch nett.


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