Königreichanalyse

Welche Karten kaufst du zuerst - wie sieht dein optimales Deck aus?
BaronvonMade
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Königreichanalyse

Beitragvon BaronvonMade » Do 17. Aug 2017, 00:37

Wie geht ihr bei der Analyse des Königreiches vor?
Also beim analysieren der ausliegenden 10 Königreichkarten und sonstigen Spielmechanismen (Platin/Kolonie, Ereignisse, Landmarken, ...) vor?

Ich mache das in fünf Schritten:

1. Basisanalyse:
Gibt es Entsorger, Dörfer, Kartenzieher, Kaufgeber, Angriffe?
2. Betrachte die ausliegenden Karten im Zusammenapiel miteinander?
3. Welche Strategien sind möglich?
4. Welche Strategie will ich spielen?
5. Wie spiele ich diese? (Hochrechnung wiw lange daa Apiel dauern wird, wann das Endgame beginnen wird, wieviel ich von welcher Karte brauchen werde)

So oder so ähnlich machen das glaube ich die meisten. Eventuell in anderer Reihenfolge, eventuell sehen einige auch sofort wie gespielt werden muss.

Ich persönlich tue mich immer schwer damit zu entscheiden, ob ich eine Engine spiele oder BigMone mit Kartenziehern/Kaufgebern/Angriffen.
Oft tue ich mich schwer damit zu ueberlegen ob eine Engine überhaupt Sinn macht oder ob sie sich schnrll genig aufbaut und spiele dann in 95% der Fälle BigMoney oder eine einfache Combo.

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Re: Königreichanalyse

Beitragvon GwinnR » Do 17. Aug 2017, 09:04

BaronvonMade hat geschrieben:Ich persönlich tue mich immer schwer damit zu entscheiden, ob ich eine Engine spiele oder BigMone mit Kartenziehern/Kaufgebern/Angriffen.
Oft tue ich mich schwer damit zu ueberlegen ob eine Engine überhaupt Sinn macht oder ob sie sich schnrll genig aufbaut und spiele dann in 95% der Fälle BigMoney oder eine einfache Combo.
Ich bin mal so frech und behaupte, dass das vielleicht an mangelnder Erfahrung liegt. Wenn es eine gute Kette gibt, hat die in aller Regel die besten Chancen. Dafür ist sie aber auch deutlich schwieriger zu spielen, weil man auf viel mehr achten muss. Big Money oder einfache Combos sind natürlich nicht schwierig, weshalb am Anfang viele Leute darauf spielen. Es gibt ja auch den Mythos, dass man immer gewinnt, wenn man nur Geld und Punkte kauft, was natürlich vollkommener Blödsinn ist.

Zum Rest habe ich hier schon einmal einen ausführlichen Artikel geschrieben. Lesenswert ist in dem Zusammenhang auch der Artikel zu den verschiedenen Arten von Spielen. Beides ist zusammen als erste Einstiegshilfe gedacht und zusammen deutlich besser verständlich.
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Re: Königreichanalyse

Beitragvon herw » Do 17. Aug 2017, 09:56

BaronvonMade hat geschrieben:[...]
5. Wie spiele ich diese? (Hochrechnung wiw lange daa Apiel dauern wird, wann das Endgame beginnen wird, wieviel ich von welcher Karte brauchen werde)
[...]
Das geht nur in seltenen Fällen. Auch wenn man manchmal die Anzahl der Spielzüge (unter 20? - deutlich über 20?) von Combos aus Erfahrung einschätzen kann, sind sie zusätzlich auch stark von der Strategie des Mitspielers abhängig, d.h. dies kann erst ab dem dritten Zug (oder auch sogar erst später) geschehen : z.B. welche Karten hat der Mitspieler in den ersten beiden Zügen gekauft?

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Re: Königreichanalyse

Beitragvon Asper » Fr 18. Aug 2017, 14:02

Bei der Gestaltung unserer Jahreszeiten Fanerweiterung sind wir davon ausgegangen, dass ein Spiel in der Regel unter 20 Zügen braucht, manchmal sogar weniger als 15. Oft kann man das steuern. Die Fragen, die ich mir oft stelle, sind:
1. Gibt es Angriffe, und sind diese so hart, dass ich sie selbst wählen sollte? Hexe, Geisterschiff? Wenn ja, gibt es Konter dazu?
2. Gibt es hier eine Combo, die keine Kette ist/sein muss? Meisterstück/Vermögen ist solch eine Combo. Wenn ja, passt sie mit den Angriffen zusammen? Kanzler/Geldversteck ist super, aber stinkt gegen Milizen ab.
3. Gibt es eine Kette, und ist sie schneller? Entsorger oder starkes Filtern müssen sein. Gibt es überhaupt Käufe?
4. Wenn die Kette da ist, aber nicht ganz klar, wie stark sie ist: Kann ich die Kette des Gegners kaputtmachen? Hier nochmal die Angriffe checken, aber auch, ob man das Spiel vielleicht einfach verkürzen kann.
5. Wenn du Glück hast, musst du keine Kette spielen. Ketten sind kompliziert und dauern lange. Geh auf etwas einfacheres und wirf der Kette Knüppel zwischen die Beine, wenn du kannst. Spiel verkürzen ist super (das heißt durchaus auch mal zuerst Provinzen kaufen), Angriffe sind ambivalent. Wenn die Kette hier schnell steht, erholst du dich von den vielen Angriffen nie. Wenn die Angriffe nicht zu Ketten passen, machen sie das Spiel immer noch länger. Vorsicht.
6. Wenn du Pech hast, wird es kompliziert. Such dir am besten nur 2 Karten aus, die die Kette vor allem stützen. Füge einzelne Boni wie Käufe oder Angriffe ggf in geringerer Zahl hinzu.

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Re: Königreichanalyse

Beitragvon BaronvonMade » Fr 18. Aug 2017, 14:18

Was ist denn zum Beispiel mit folgendem Setup?

Burghof
Feldlager/Diebesgut
Bauerndorf - Festung - Herold - Tempel - Verschwörer
Ernte - Krone - Halsabschneider

Ohne Shelter - Ohne Platin/Kolonie

Man kann hier ja Burghof-BigMoney Spielen, allerdings dabei vom Halsabschneider gestört werden.

Als Kette wäre doch Festung/Bauerndorf + Verschwörer + Tempel + Halsabschneider denkbar.

Wie kann ich jetzt zum Beispiel entscheiden, was von beiden besser ist?
Ist das Erfahrung aus eigenen Spielen und ähnlichen Ketten, Kenntnis von Wahrscheinlichkeiten und Schnelligkeiten aus Simulationen oder Gefühl?

Ich habe zwar schon viele hundert Dominion Partien hinter mir, meistens aber nur Big Money Varianten oder Kombos gespielt, weswegen ich NULL Erfahrung mit Engines habe.

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Re: Königreichanalyse

Beitragvon Mr Anderson » Fr 18. Aug 2017, 14:25

Ganz ganz eindeutig die Engine. Das ist das Setup, das man sich zusammenstellt, wenn man 150+ :victory mit dem Halsabschneider sammeln will. Tempel ist ein recht guter Entsorger, Burghof zum ziehen, Dörfer in allem Überfluss, Verschwörer und in der Engine kannst du mehrere Halsabschneider spielen. Feldlager/Diebesgut ist auch sehr gut.
Punktekarten braucht man wegen der Punktechips gar nicht kaufen, man erhält deutlich mehr Punkte durch die Halsabschneider.

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Re: Königreichanalyse

Beitragvon Mr Anderson » Fr 18. Aug 2017, 14:29

Wenn du Kartenzieher, Dörfer, Kaufgeber, Entsorger hast, dann ist die Engine immer besser als eine bloße Big-Money-Strategie. Danach hält man halt Ausschau. Du solltest eigentlich immer, wenn es irgendwie möglich erscheint, versuchen, die Engine zu spielen, auch wenn sie schwieriger zu spielen erscheint als Big Money, dann lernt man mehr und hat mehr Spaß.

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Re: Königreichanalyse

Beitragvon GwinnR » Fr 18. Aug 2017, 15:55

Stimme MrAnderson vollkommen zu. Hier hat man fast alles, was man braucht für eine Kette. Und Burghof / Big Money ist nicht mal wirklich gut, weil man effektiv nur zwei Karten zieht.

Und viele Hundert Spiele ist auch noch nicht so viel. Andere haben Zehntausende ;-)
Also einfach mal ausprobieren, testen und schauen, was klappt.
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Re: Königreichanalyse

Beitragvon herw » Sa 19. Aug 2017, 08:23

Mr Anderson hat geschrieben:Ganz ganz eindeutig die Engine. Das ist das Setup, das man sich zusammenstellt, wenn man 150+ :victory mit dem Halsabschneider sammeln will. Tempel ist ein recht guter Entsorger, Burghof zum ziehen, Dörfer in allem Überfluss, Verschwörer und in der Engine kannst du mehrere Halsabschneider spielen. Feldlager/Diebesgut ist auch sehr gut.
Punktekarten braucht man wegen der Punktechips gar nicht kaufen, man erhält deutlich mehr Punkte durch die Halsabschneider.
uff
Ich habe den Halsabschneider mal in einigen Bot-Partien getestet (auch wenn Bots kein Maßstab sind). Man kam in der Tat sehr schnell auf hohe Punktzahlen.
In einem sehr langem Spiel (46 Züge) habe ich tatsächlich mal ausprobiert, ob man auf so viele Punkte kommen könnte : 154 !
Ich denke aber, dass man einen menschlichen Gegener damit arg verärgern würde. :potion aber es ist möglich. Natürlich hätte ein realer Gegner vorher aufgegeben oder das Spiel wegen Langeweile und drei leeren Stapeln vorzeitig beendet.
Schön ist an dieser Königreichauswahl, dass man mal mehrere Engines ausprobieren kann.

BigMoney+2xBurghof ist sehr schnell. Da muss man mit dem Halsabschneider schon kontern.


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