Dominion Koffer

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herw
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Re: Dominion Koffer

Beitragvon herw » Di 24. Okt 2017, 21:47

Ich überlege mir, ebenfalls eine Kasten (keinen Koffer) zu bauen.
Ich finde große Koffer und Boxen etwas unhandlich, da ich in erster Linie daran denke, einen Kasten für das Basisspiel und zwei Erweiterungen zu bauen, den man gut in den Urlaub mitnehmen kann.
An eine Holzlösung habe ich auch zunächst gedacht, ich werde aber PVC versuchen. Vielleicht spart man etwas Gewicht. Die Platten dazu werde ich mir fräsen lassen und dann verkleben. Es ist zunächst noch alles in meinem Kopf, mal sehen.
Die Mindestgrößen geben die Anleitungen (Länge·Breite) und die Länge der Karten (Höhe) vor. Ich habe mal grob abgeschätzt, dass man wohl etwa gut 1200 Karten unterbringen sollte mit Münzmaterial. Ich denke, dass ich einen zusätzlichen abnehmbaren Zwischenboden für Anleitungen und Tableaus einplanen werde. Daraus ergeben sich Außenmaße von ca. 21·30·11 cm^3. Das entspricht etwa der Größe einer Dominion Schachtel (etwas höher).
Ich muss zunächst mal die Maße genau berechnen und dann kalkulieren.
Zuletzt geändert von herw am Sa 18. Nov 2017, 15:51, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Dominion Koffer

Beitragvon herw » Sa 18. Nov 2017, 13:50

Gesagt - getan

Ich habe mir zunächst das Dominion-Trennkartenset von Spielekoffer 24 (74,95€ Angebot) gekauft.
Dann habe ich nach Acrylplatten bei Plattenzuschnitt 24 geforscht.
Ich wollte eine Schachtel, die etwa so groß ist wie eine normale Dominion-Schachtel. Bei der Vielzahl an Erweiterungen und den vielen hier vorgestellten Fankarten, wurde mir klar, dass man schnell auf deutlich über fünftausend Karten kommt. Wenn man die alle in einem großen Koffer oder einer großen Schachtel unterbringt, wird es schnell unhandlich und schwer. Außerdem waren die Schachteln für den Hausgebrauch gedacht, sollten also eine Größe haben, die man in einem Schrank gut unterbringen kann.

Ich möchte für den Urlaub auch eine etwas kleinere Schachtel für drei Erweiterungen bauen.

Da kam mir die Idee, drei kleine Kästen für etwa 1200 Karten als Einsatz zu bauen. Einen Einsatz kann man dann für den Urlaub einfach entnehmen.

Da mir nicht klar war, wie genau die Zuschnitte der Acrylplatten sind, habe ich zunächst nur Material für drei Einsätze bestellt. Dabei habe ich, um den Preis niedriger zu gestalten, die angebotenen Zuschnitte von jeweils 10 cm x 10 cm mit 3 mm Dicke und spezielle Zuschnitte für die Außenwände gewählt:
Ich habe vom Material für einen Einsatz die Schutzfolien entfernt:

Bild

Die Böden haben die Maße 31,8cm x 10,6cm die langen Seiten 31,8cm x 10cm (jeweils Kanten entgratet, wahrscheinlich nicht unbedingt notwendig) und 3x6 Angebotszuschnitte mit je 10cm x 10cm für die schmalen Außenwände und die Unterteilungen. Dazu kommt ein Spezialkleber für Acryl; Kosten 70,25€.

Da ich noch nie mit Acrylkleber gearbeitet hatte, musste ich hierfür zunächst Erfahrung sammeln. Der Kleber ist extrem dünnflüssig und man muss aufpassen, dass man nicht mit Fingern ihn berührt und damit die Acrylplatten verschmiert. Die Finger-Abdrücke lassen sich nur schlecht entfernen. Andererseits sind die Einsätze ja auch später nicht zu sehen, also man muss nicht super pingelig sein.

Bild

Über die rechten Winkel beim Kleben habe ich mir im Vorhinein unnötig viel Kopfzerbrechen gemacht. In der Rückschau ist das Kleben ziemlich einfach:

Bild

Man drückt etwas Kleber in einem Strich auf die Arbeitspappe und lässt es ca. 30 Sekunden einziehen. Dann kann man die Klebekante einfach eintippen und sie ist ausreichend benetzt und es tropft auch nichts mehr.
Nun verklebt man Boden und die lange Seitenplatte und hält es etwa 30s fest. Man braucht keine Angst haben, dass man nichts mehr korrigieren kann. Der Kleber zieht nur so weit an, dass man etwa 2 Minuten Zeit für leichte Korrekturen hat. Nun benetzt man die kleine Seitenplatte entsprechend und kann so aus allen drei Seiten eine rechtwinkelige Ecke bilden. Man kann die Platten noch leicht verschieben und nach ca. 2 Minuten ist alles so fest, dass man weiter arbeiten kann.
Bei meinem ersten Einsatz (ohne die Trennplatten) habe ich noch 40 Minuten (!) gebraucht. Nachdem ich diesen Trick gefunden hatte, habe ich zwei komplette Einsätze in jeweils 15 Minuten gebaut.
Die Zwischenwände sind etwas fummelig gewesen, da ich für die Zwischenräume 6cm eingeplant hatte; die Kartenbreite beträgt 5,9cm. In der Rückschau fördert ein Zwischenraum von 6,1cm ein entspannteres Arbeiten. Ich habe mir die Abstände mit Overheadstift markiert:

Bild

Trotzdem sollte man nach dem Einfügen mit alten Dominionkarten direkt kontrollieren:

Bild Bild

So war meine Vorstellung im Kopf gewesen. Die Maße sind nun auch verständlich: Bei fünf kleinen Unterteilungen benötigt man in der Länge 5x6cm+6x3mm = 31,8cm. Die Breite des Einsatzes beträgt 10cm+2x3mm=10,6cm. Da ich drei Einsätze gebaut habe, bekommt man 3x10,6cm=31,8cm. Per Zufall ergibt sich also eine quadratische Anordnung. Wenn man für die Zwischenräume 6,1cm wählt, muss man in der Länge noch 5mm hinzurechnen.
Der Kleber sollte angeblich 24 Stunden aushärten; ich denke zur Sicherheit, falls man die Schachteln vom Tisch fallen lassen möchte ;) .
Ich habe meine Karten schon nach zwei Stunden einsortiert.

Im letzten Bild sieht man die drei Einsätze aufgefüllt mit allen aktuellen Erweiterungen außer Dark Ages, Hinterland und Nocturne. Die Trennkarten für Dark Ages und Hinterland hat Spielekoffer 24 schon mitgeliefert.
In jede Teilkammer von 10cmx6cm passen ca. 250 Karten hinein. Allerdings muss man ja noch einrechnen, dass man ja auch die Königreichkarten mit zwei Fingern entnehmen können muss, also füllt man sie nur mit 220 - 230 Karten. Man erkennt auch sehr schön, wie die weißen Trennkarten die Randomkarten jeweils voranstellen; daher ist die entsprechende Erweiterung gut zu erkennen.

Bild

Somit habe ich Platz für mehr als 3300 Karten. Einen zweiten Kasten werde ich mir gelegentlich auch noch basteln.
Die drei großen Einsätze kommen nun noch in eine große Schachtel aus schwarzem Acryglas. Dort wird es eine zweiten Boden über den Karten geben, wo man die Anleitungen und das zusätzliche Material unterbringen kann.

Darüber berichte ich dann, wenn ich diese in den nächsten zwei Wochen gebaut haben werde.
Abschließend bin ich mit meiner Lösung sehr zufrieden und freue mich auch über die handwerklich einfache und ansprechende Lösung.

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Re: Dominion Koffer

Beitragvon herw » Do 30. Nov 2017, 12:35

Hier nun Teil 2

Ich habe für die Anleitungen und die Zusatzteile einen zweiten Boden geplant, der passgenau auf den Karteneinsätzen stehen soll:
Da die Karten in den Einsätzen sinnvollerweise etwa einen halben Zentimeter überragen, muss der Aufsatz unterhalb des Bodens 1cm Platz haben. Zum Kleben habe ich zunächst vier alte Holzleisten mit dem Querschnitt 1cm·1,5cm im Keller „gefunden”; diese dienen als Unterlage für die Klebehöhe des Bodens.

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Die Bodenplatte wird aufgelegt und die 5cm hohen Seitenwände (diesmal in schwarz) als T-Verbindung geklebt.
Maße der Bodenplatte 31,2cm·31,2cm mit der Dicke 3mm. Damit der Preis billiger ist habe ich vier identische Seitenteile mit den Maßen 31,5 (!)cm·5cm ausgewählt.

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Wider Erwarten ging dies sehr schnell und sauber zu machen.
Bodenschachtel und Deckel waren etwas schwieriger, aber für mich als Laie im Acrylklebegeschäft trotzdem locker zu schaffen.

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Schwarzes Acrylglass sieht sehr edel und elegant aus. Leider gibt es im Innenraum leichte Klebeverschmierungen, die aber natürlich später nicht zu sehen sind. Die Kanten sind etwas unsauber verklebt, aber akzeptabel.
Damit die Karteneinsätze gut hineinpassen, habe ich die Innenmaße auf 32cm festgelegt. Dies ist auch nötig, da ich auch hier etwas gespart habe und es beim einfachen Sägeschnitt Abweichungen geben kann. Das lag aber in der Grenze und letztendlich passte es perfekt.
Boden und Deckelplatte 32,6cm·32,6cm·0,3cm und 8 gleiche Seitenteile mit je 32,3cm·8,5cm·0,3cm.
Ich musste zwei Klebekanten nachbearbeiten, was aber relativ einfach ging.

Und natürlich nach zwei Stunden der große Augenblick des Einpackens:

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Schon erstaunlich, was alles hineinkommt (das Spiel „auf Heller und Pfennig natürlich nicht ;) ˜:

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Passt perfekt und die Einsätze lassen sich auch wieder problemlos herausnehmen.

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Nun noch die Zwischenablage darauf (reicht locker für noch mehr Anleitungen und Zubehör).

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Bild

und fertig:

Erstaunlich, was alles in eine Schachtel passt.

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und hier mal ein Größenvergleich:

Bild

Für die Reise ist mir die Schachtel zu schwer: voll gefüllt ca. 10,5kg!
Aber dafür habe ich ja die kleinen Einsätze gebaut die gut drei Schachteln einschließlich Basiskarten fassen.

Zusätzlich habe ich mir noch 20 Plättchen mit 11cm·5cm·0,2cm schneiden lassen, damit ich beim Beenden eines Spiels schnell sehen kann, wo die Königreichkarten wieder hingehören. Beim Herausnehmen schiebe ich jeweils ein Plättchen hinein.

Bild

Tja und zu guter Letzt: wie hoch war der Preis? nicht billig:
Das Kartenset knapp 80 Euro, die Schachtel ca. 150 €, also zusammen knapp 230€. Im Vergleich zum Spielekoffer (Trennkarten sind inbegriffen) mit ca. 125€ natürlich richtig teuer. ABER, es sieht sehr edel aus, ist sehr Platz sparend und es hat einfach Spaß gemacht, mit Acryl zu arbeiten. Außerdem habe ich gleich mit dabei eine kleine Lösung für den Urlaub.
Wenn im nächsten Jahr noch Nocturne und vielleicht auch irgendwann einmal Dark Ages und Hinterland hinzukommen, muss ich eine zweite Kiste bauen, zumal ja auch noch Aspers Karten hinzukommen (auch einige hundert Karten).


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